Umgangskalender App Vergleich 2026: Welche passt zu dir?

Die meisten Apps für getrennte Eltern setzen voraus, dass beide Seiten mitmachen. Wer allein fährt und dokumentiert, fällt dabei leicht durchs Raster. Dieser Vergleich sagt dir, welche App zu welcher Situation passt – und wo Umgangszeit steht.

Veröffentlicht am · Preise und Angaben mit Stand 27. September 2026

Was eine Umgangs-App heute können sollte

Ein Kalender, in den du Betreuungszeiten einträgst, ist schnell gebaut. Die Unterschiede liegen in dem, was um den Kalender herum passiert:

Keine dieser Aufgaben ist juristisch schwer. Wichtig ist nur, dass du weißt, welche davon dir gerade fehlt, bevor du dich für eine App entscheidest.

Die deutschsprachigen Apps im Vergleich

Der Markt im deutschsprachigen Raum ist dicht besetzt. Die meisten Anbieter setzen auf einen gemeinsamen Haushalt beider Eltern, einen deutschen Rechtsbezug und einen Preis pro Familie statt pro Elternteil.

Wechselplan

Deutsche Web-App, die im Browser läuft und sich wie eine App installieren lässt (PWA). Stärke: der stundengenaue Betreuungsanteil als Soll-Ist-Rechnung plus automatische Schulferien je Bundesland. Der Anbieter benennt seine eigenen Grenzen offen: kein Chat, keine Dokumentenablage, kein dauerhafter Gratis-Tarif.

Preis: 4,98 €/Monat oder 49,98 €/Jahr, ein Abo für beide Eltern, 14 Tage Test ohne Kreditkarte. Besetzt die Suche rund ums Wechselmodell.

CoParently

Deutsche All-in-One-App für iOS, Android und Web/Desktop. Stärke: der breite Funktionsumfang – Kalender mit Betreuungsplan-Wizard, KI-Belegscanner, Ende-zu-Ende-verschlüsselter Chat mit Ton-Filter, Familien-Galerie und Dokumenten-Tresor in einem.

Preis: Basis dauerhaft kostenlos, Premium 4,99 €/Monat oder 49,99 €/Jahr für die ganze Familie, 14 Tage zum Testen.

Copario

Deutsche Web-App mit Store-Apps. Stärke: der „Kindkern“ als zentrales Kind-Dossier mit Allergien, Dokumenten und Notfallkontakten, dazu ein Großeltern-Zugang zum Mitlesen und das Solidaritätsprogramm Copario Care mit kostenlosem Zugang über Beratungsstellen.

Preis: Kern dauerhaft kostenlos, Solo Premium 6,99 €/Monat (54,99 €/Jahr), Family Premium 9,99 €/Monat (77,99 €/Jahr). Der Anbieter sagt ausdrücklich, er sei „kein Anwalts-Werkzeug“, sondern ein Familien-Organizer.

FamilyManager

Deutsche Familien-Organizer-App für iOS, Android und Web. Stärke: der Alltag jenseits des Umgangs – Termine, Aufgaben, Einkauf und Chat mit geteiltem Wechselplan und Tauschanfragen.

Preis: 34,99 €/Jahr je Haushalt (erstes Jahr 24,99 €), Kernfunktionen dauerhaft gratis.

Lina

Norwegische App mit deutscher Sprachversion für iOS und Android. Stärke: der klare Umgangsplan mit Rotation und Tauschvorschlägen, dazu Termine und Ausgaben.

Preis: Lina+ für 6,99 €/Monat, 69,99 €/Jahr oder einmalig 129,99 €; ein Abo deckt beide Eltern ab.

Getrennt – Gemeinsam

Kostenlose App eines bayerischen Fachverbands (mit Förderung durch das NRW-Familienministerium für den Ferienkalender). Stärke: der Nullpreis und der geschützte, verschlüsselte Austausch von Terminen, Nachrichten und Dokumenten.

Preis: 0 €. Die Einschränkung: Die Store-Bewertungen liegen schwach, und die App adressiert den klassischen Zwei-Eltern-Austausch, nicht die Einzeldokumentation.

Die internationalen Anbieter (kurz)

Wer englischsprachig unterwegs ist oder einen gerichtlich erprobten Austausch braucht, stößt auf die US-Anbieter. Sie sind in der Regel pro Elternteil bepreist und setzen beide Seiten voraus.

Was die Apps wirklich unterscheidet

Die Funktionslisten ähneln sich: Kalender, Kosten, Nachrichten. Der entscheidende Unterschied liegt nicht im Kalender, sondern in zwei Fragen.

Erste Frage: Muss die andere Seite mitmachen? Die meisten dieser Apps sind Zwei-Eltern-Plattformen. Du lädst die andere Seite ein, ihr teilt einen Kalender. Macht die andere Seite nicht mit, bleibt nur die eigene Hälfte – oder gar nichts. Wer allein dokumentiert, weil er fährt und nachweisen will, was stattfindet und was nicht, braucht eine App, die genau dafür gebaut ist.

Zweite Frage: Liegen deine Daten auf deinem Gerät oder auf einem Server? Server-Synchronisation ist bequem, wenn beide Eltern kooperieren. Sie bedeutet aber auch: Ohne Netz keine Einträge, und die Inhalte liegen bei einem Anbieter. Für chronologische Aufzeichnungen, die später einmal jemand anderes lesen soll, sind Zeitstempel und Änderungshistorie wichtiger als Komfort.

Umgangszeit in diesem Vergleich

Umgangszeit setzt an einem Punkt an, den die anderen offen lassen: die dokumentierende Einzelperson. Du führst Umgänge, Ausfälle, Übergabe-Check-ins, Belege und Fahrtkosten für dich allein – ohne dass die andere Seite beitreten muss und ohne Server-Zwang.

Was Umgangszeit ausdrücklich nicht ist: eine Zwei-Eltern-Plattform mit gemeinsamen Chat, Messaging oder Kontrollinstrumenten wie Hintergrund-Ortung. Und der fertige Dossier-Export als eine einzige gerichtsfertige Datei ist noch in Arbeit – belegt ist heute das Backup in offenen Formaten (ZIP, JSON, PDF mit eingebetteten Schriften), das du jederzeit aus der App heraus exportieren kannst.

Die ehrliche Grenze: Die App erhebt keinen Anspruch auf „gerichtsfest“. Was sie liefert, ist eine gerichtstauglich strukturierte Aufzeichnung – nachvollziehbar, chronologisch und ohne Lücken, die du selbst in der Hand hast. Ob ein Eintrag in einem Verfahren trägt, entscheidet am Ende immer das Gericht.

Preise im Überblick

Alle Angaben mit Abrufdatum 27. September 2026 aus den Anbieterseiten und der iTunes-Such-API. Die Preise können sich danach geändert haben.

Umgangszeit ist noch nicht im Store. Einen Preis nennt sie erst zum Start – bis dahin sammelt sie Interessierte über die Warteliste.

So findest du deine App

Drei Fragen, um die Liste einzudampfen:

  1. Macht die andere Seite mit? Wenn ja, stehen die All-in-One-Apps offen. Wenn nein, fällt fast das ganze Feld weg – übrig bleiben die, die du allein nutzen kannst.
  2. Was musst du festhalten? Nur Termine, oder auch Ausfälle, Gründe, Kosten und Belege? Je mehr davon in dieselbe chronologische Reihe gehört, desto wichtiger wird die Dokumentation statt des Kalenders.
  3. Wer darf deine Daten sehen? Wer einen gemeinsamen Haushalt mit der anderen Seite teilt, wählt den Server-Anbieter seines Vertrauens. Wer seine Aufzeichnungen für sich behalten will, wählt eine App, die auf dem Gerät bleibt.

Für den reinen Kalender reicht jedes der günstigen Werkzeuge. Für die andere, häufigere Situation – du fährst, du sammelst, du musst es später belegen können – ist die Dokumentation der eigentliche Kern. Genau dort setzt Umgangszeit an.

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Umgangszeit hält genau das fest, worum es hier geht: Termine, Ausfälle, Kosten und Momente, chronologisch und auf deinem Handy.

Auf die Warteliste

Quellen und Datenstand

Vergleiche zur Veröffentlichung sind eine Momentaufnahme: Preise, Funktionen und Bewertungen ändern sich laufend. Prüfe die Anbieterseite, bevor du eine Entscheidung triffst.

Dieser Text ist eine Orientierung, keine Rechtsberatung. Im Streitfall hilft nur eine Anwältin oder ein Anwalt für Familienrecht.