Umgang mit wenig Geld: zehn Ideen für unter zehn Euro
Nach Fahrt, zweitem Haushalt und doppelten Anschaffungen ist bei vielen Umgangseltern am Wochenende wenig übrig. Das muss den Umgang nicht kleiner machen. Kinder erinnern sich an das, was ihr getan habt, nicht an den Eintrittspreis.
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Warum der teure Ausflug nicht die Messlatte ist
Der Druck, aus wenigen Tagen etwas Besonderes zu machen, trifft Umgangseltern härter als andere. Wer sein Kind alle zwei Wochen sieht, will diese Zeit nicht mit Wäsche und Einkaufen verbringen. Daraus wird schnell ein Wochenende, das im Freizeitpark endet, und ein Konto, das den Monat nicht überlebt.
Kinder bewerten den Umgang aber nicht nach Aufwand. Was sie erzählen, wenn sie zurück sind, ist selten das Teuerste. Es ist das, was ihr zusammen getan habt, und das, was jedes Mal gleich abläuft.
Zehn Ideen, die nichts oder fast nichts kosten
- Bibliothek. Der Ausweis für Kinder ist vielerorts kostenlos. Neben Büchern gibt es oft Brettspiele, Hörspiele und Konsolenspiele zum Ausleihen, dazu Vorlesestunden am Samstag.
- Museum am richtigen Tag. Kinder und Jugendliche zahlen in vielen Häusern nichts, und etliche Museen haben einen Tag im Monat mit freiem oder stark ermäßigtem Eintritt. Ein Blick in den Kalender vor dem Umgang lohnt sich.
- Wildgehege und Waldlehrpfad. Kommunale Wildgehege sind meist gratis, oft mit Fütterungszeiten. Der Unterschied zum Zoo ist der Preis, nicht das Erlebnis.
- Geocaching. Eine Schatzsuche mit dem Handy, für die es kostenlose Apps gibt. Funktioniert in jeder Stadt und macht aus einem Spaziergang eine Aufgabe.
- Selbst kochen statt essen gehen. Pizzateig, Tomaten, Käse: Für ein paar Euro entsteht ein Nachmittag statt einer Mahlzeit. Viele Kinder mögen den Teil mit dem Belegen mehr als das Essen.
- Filmabend zu Hause. Decke, Popcorn aus der Pfanne, Licht aus. Wer das jedes Mal am selben Abend macht, hat nach drei Umgängen ein Ritual.
- Freibad zum Feierabendtarif. Ab dem späten Nachmittag kostet der Eintritt in vielen Bädern die Hälfte. Ein Badesee kostet gar nichts.
- Fahrzeuge gucken. Hafen, Flughafenzaun, Feuerwache am Tag der offenen Tür, Baustelle mit Kran. Für kleinere Kinder schlägt das jeden Freizeitpark.
- Kinderflohmarkt. Erst zusammen aussortieren, dann verkaufen. Dein Kind darf behalten, was es einnimmt, und lernt dabei mehr über Geld als aus jeder Erklärung.
- Nachtspaziergang mit Taschenlampe. Kostet nichts, dauert eine Stunde und landet zuverlässig im Erinnerungsbuch.
Was sich fast überall lohnt
Welche dieser Angebote es bei dir gibt, unterscheidet sich von Ort zu Ort. Zwei Dinge sind fast überall zu holen und werden von Umgangseltern selten genutzt:
- Der Ferienpass der Stadt. Viele Kommunen bündeln in den Ferien Angebote für wenige Euro: Werkstätten, Sport, Schwimmen, Führungen. Er kostet meist einen kleinen einmaligen Betrag und gilt für die gesamten Ferien.
- Der Familien- oder Sozialpass. Wer Bürgergeld, Wohngeld oder andere Sozialleistungen bezieht, bekommt in vielen Städten ermäßigten Eintritt in Bäder, Museen und Zoos und günstigere Nahverkehrstickets. Beantragt wird er einmal beim Amt, danach gilt er das ganze Jahr.
Frag im Zweifel direkt nach, auch dort, wo nichts ausgeschildert ist. Ermäßigungen für Kinder, für Familien und für den späten Nachmittag stehen selten an der Kasse.
Rituale schlagen Attraktionen
Das Wirksamste kostet ohnehin nichts: derselbe Ablauf bei jedem Umgang. Freitags dieselbe Pizza. Samstagabend derselbe Platz auf dem Sofa. Sonntags derselbe Weg zum Bahnhof, mit demselben Halt unterwegs.
Für ein Kind, das zwischen zwei Wohnungen pendelt, ist Wiedererkennbarkeit wertvoller als Abwechslung. Sie macht aus deiner Wohnung einen Ort, an den es zurückkommt, und nicht einen, den es besucht.
Trotzdem mitschreiben
Auch günstige Umgänge gehören dokumentiert, gerade weil kaum Belege anfallen. Ein Umgang ohne Ausgaben ist trotzdem ein Umgang, der stattgefunden hat, und genau darauf kommt es später an. Wie du das ohne Zettelkasten hinbekommst, steht im Text Umgangskosten dokumentieren.
Und was an diesen Nachmittagen gesagt wurde, gehört nicht in dieselbe Datei. Dafür gibt es das Erinnerungsbuch.
Umgangszeit hält genau das fest, worum es hier geht: Termine, Ausfälle, Kosten und Momente, chronologisch und auf deinem Handy.
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